Drechseln im Wandel der Zeit
Hier möchten wir Interessierten einen kleinen Einblick
in die Geschichte der Drechslerei geben. Unter anderem zeigen wir hier
historisches Drechselwerkzeug und Zubehör.
Wenn auch Sie historische Drechselwerkzeuge oder "alte Stücke" besitzen,
können Sie uns
Fotos mailen und unseren Besuchern Hintergrundinfos
zu Ihren "Schätzen" geben.
Mit einem Klick auf das Buch zur Rechten können Sie die
"Illustrierte Geschichte des Drechselns" (in aller Kürze) lesen. Buch aufschlagen
und lesen
Wenn auch Sie historische Drechselwerkzeuge oder "alte Stücke" besitzen,
schreiben Sie uns!
Schüssel aus Ginzling/Tirol
Schüssel aus Ginzling/Tirol angefertigt ca. 1895 - 1900 von Meister Fankhauser, Hochzeitgeschenk des Schüsseldrechslers für seine Nichte. (siehe auch Spannagel, Das Drechslerwerk S. 85 ff)
Eingestellt von:
Rosy Winbauer
Handgeführte Tieflochbohrer
Handgeführte Tieflochbohrer in verschiedenen Durchmessern (5 - 35 mm) und Längen, den Namen hat diese Art der Bohrer von der Form der Schneide, die an einen Löffel erinnert, erhalten.
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht
Reifen aus dem Erzgebirge mit
Das Reifendrehen ist eine Technik, die um ca. 1800 entstand. Sie ermöglichst eine rationelle und schnelle Massenproduktion von Holzfiguren. Von dem Ring, der aus dem kompletten Umfang eines Stammes im Langholz (meist Fichte) gedreht wird, werden kleine Scheiben abgespaltet, die beschnitzt und bemalt werden. Die Reifendreherei wird noch heute im Erzgebirge zur Herstellung von Spielzeugtieren angewendet.
Eingestellt von:
Thomas Erasimy
Modeln aus Holz
Modeln aus Holz, sie stammen aus einer Glasbläserei Glashütte Limburg (siehe auch Beitrag in der Drechslerzeitung von Kai Köthe), in der sie zur Formgebung beim Glasblasen benutzt wurden. Im Vordergrund ist ein hakenförmiger-Schaber zu sehen, der zum Fertigdrehen des Hohlform benutzt wurde.
Eingestellt von:
Erwin Klein
Gewindeschneidsatz für Holzgewinde mit Schneidkluppe aus Holz
Im Gegensatz zu den heute üblichen Kluppen wurde auch die Gewindeführung aus Holz gefertigt, ohne Metalleinsatz.
Die Gewindebohrer sind in 2 unterschiedlichen Ausführungen zu sehen:
In der Mitte der deutsche Gewindebohrer, er besitzt eine konische Form mit ihm wir das Gewinde in das Holz geschabt
Links ist der französische Gewindebohrer zu sehen, er besitzt im Gegensatz zu den vorgenannten zwei "richtige" Schnneiden, die einen saubereren Schnitt erlauben, als das deutsche Pendant.
Eingestellt von:
Thomas Sauer
Gewindeschneidkluppen aus Metall
Mit den dazugehörigen Gewindebohrern der Firma Peugeot
Eingestellt von:
Thomas Sauer
Ausdrehhaken und Löffelbohrer
oben: geschmiedeter Ausdrehhaken zu Ausdrehen von Langholzbüchsen
links: konische Löffelbohrer, wurde benutzt zur Anfertigung von Spundlöchern bei Holzfässern, der untere befindet sich noch in einer Aufnahme für ein Spundfutter
rechts: 2 Löffelbohrer mit einem Durchmesser von 5-6 mm und einer möglichen Bohrtiefe von ca. 25 cm
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht
Selbstgefertigtes Spundfutter aus Holz
Mit M33-Anschlußgewinde, angefertigt von Drechslermeister Otto Pickhan. Mit 2 selbstgeschmiedeten Stahlreifen gegen Aufsprengen des Holzes gesichert.
Herr Pickhan hat dieses Futter verwendet um die Standfläche von Wollknäuel-Schalen nachzuarbeiten.
Eingestellt von:
Rosy Winbauer
Schüsselstecher
Bereits vor langer Zeit wurde versucht das Zerspanen von wertvollen Schüsselrohlingen zu minimieren.
Als Lösung dieses Problems wurden Haken geschmiedet, mit denen aus einem Rohling mehrere Schüsseln ausgestochen werden konnten.
Die Unterseite der Haken ist mit kreuzförmigen Einkerbungen aufgeraut, die im Zusammenhang mit einer hölzernen Handauflage ein Verfangen bzw. Einziehen des Hakens verhindern sollten. Die beim Schüsselstechen auftretenden Kräfte wurden durch ein extrem langes Heft aufgefangen.
Trotzdem war dies eine Arbeit für darauf spezialisierte Drechsler (siehe auch Spannagl, Das Drechslerwerk), die ihre Erfahrungen durch jahrelanges Arbeiten erworben hatten.
Heute gibt es dafur spezielle Vorrichtungen, z.B. den Woodcut Bowlsaver, bei dem die Gefahr des Verfangens der Klinge durch eine Zwangsführung verhindert wurde.
Die bei Schüsselstechen entstehenden Kräfte werden durch das Handauflagenunterteil und den Reitstock abgeleitet.
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht