Drechseln im Wandel der Zeit

Hier möchten wir Interessierten einen kleinen Einblick
in die Geschichte der Drechslerei geben. Unter anderem zeigen wir hier
historisches Drechselwerkzeug und Zubehör.
Wenn auch Sie historische Drechselwerkzeuge oder "alte Stücke" besitzen,
können Sie uns Fotos mailen und unseren Besuchern Hintergrundinfos
zu Ihren "Schätzen" geben.

Mit einem Klick auf das Buch zur Rechten können Sie die
"Illustrierte Geschichte des Drechselns" (in aller Kürze) lesen.
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Die älteste Darstellung des Drechselns:

In Ägypten wird im „Grab des Petosiris” (3.Jahrhundert v. Chr.) auf einem Relief die erste Darstellung von Drechslern bei der Arbeit gezeigt. Diese einfache Form einer Drechselbank wird in heutiger Zeit vereinzelt noch im asiatischen und afrikanischen Raum benutzt.

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Drechseln im Mittelalter

Der erste große Meilenstein bei der Entwicklung wurde im Mittelalter gesetzt. Mit Hilfe einer elastischen Stange an der Decke wird die Rückwärtsbewegung des Werkstückes durchgeführt. Bei dieser Wippdrehbank kann der Antrieb nun durch das Treten eines Pedales erfolgen und der Drechsler hat nun beide Hände zum Arbeiten frei.

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Dieses Buch wird fortgesetzt. Schauen Sie doch bald mal wieder rein...

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Der Drechsler kann nun aufrecht stehend an seiner Drechselbank arbeiten. Allerdings dreht sich das Werkstück immer noch in beide Richtungen und der Schneidvorgang muss beim Rückwärtsdrehen des Werkstückes unterbrochen werden. Diese Art der Drechselbänke wurde und wird heute noch gerne von Grünholzdrechslern bei Vorführungen eingesetzt.

Die Wippdrehbank

Hier ausklappen4

Das Werkstück wird dabei mittels eines Fiedelbogens angetrieben, der Drehstahl mit einer Hand und der Unterstützung durch die Fußzehen geführt.

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Wenn auch Sie historische Drechselwerkzeuge oder "alte Stücke" besitzen, schreiben Sie uns!


Schüssel aus Ginzling/Tirol

Schüssel aus Ginzling/Tirol angefertigt ca. 1895 - 1900 von Meister Fankhauser, Hochzeitgeschenk des Schüsseldrechslers für seine Nichte. (siehe auch Spannagel, Das Drechslerwerk S. 85 ff)
Eingestellt von:
Rosy Winbauer



Handgeführte Tieflochbohrer

Handgeführte Tieflochbohrer in verschiedenen Durchmessern (5 - 35 mm) und Längen, den Namen hat diese Art der Bohrer von der Form der Schneide, die an einen Löffel erinnert, erhalten.
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht



Reifen aus dem Erzgebirge mit

Das Reifendrehen ist eine Technik, die um ca. 1800 entstand. Sie ermöglichst eine rationelle und schnelle Massenproduktion von Holzfiguren. Von dem Ring, der aus dem kompletten Umfang eines Stammes im Langholz (meist Fichte) gedreht wird, werden kleine Scheiben abgespaltet, die beschnitzt und bemalt werden. Die Reifendreherei wird noch heute im Erzgebirge zur Herstellung von Spielzeugtieren angewendet.
Eingestellt von:
Thomas Erasimy



Modeln aus Holz

Modeln aus Holz, sie stammen aus einer Glasbläserei Glashütte Limburg (siehe auch Beitrag in der Drechslerzeitung von Kai Köthe), in der sie zur Formgebung beim Glasblasen benutzt wurden. Im Vordergrund ist ein hakenförmiger-Schaber zu sehen, der zum Fertigdrehen des Hohlform benutzt wurde.
Eingestellt von:
Erwin Klein



Gewindeschneidsatz für Holzgewinde mit Schneidkluppe aus Holz

Im Gegensatz zu den heute üblichen Kluppen wurde auch die Gewindeführung aus Holz gefertigt, ohne Metalleinsatz.
Die Gewindebohrer sind in 2 unterschiedlichen Ausführungen zu sehen:
In der Mitte der deutsche Gewindebohrer, er besitzt eine konische Form mit ihm wir das Gewinde in das Holz geschabt
Links ist der französische Gewindebohrer zu sehen, er besitzt im Gegensatz zu den vorgenannten zwei "richtige" Schnneiden, die einen saubereren Schnitt erlauben, als das deutsche Pendant.
Eingestellt von:
Thomas Sauer



Gewindeschneidkluppen aus Metall

Mit den dazugehörigen Gewindebohrern der Firma Peugeot
Eingestellt von:
Thomas Sauer



Ausdrehhaken und Löffelbohrer

oben: geschmiedeter Ausdrehhaken zu Ausdrehen von Langholzbüchsen
links: konische Löffelbohrer, wurde benutzt zur Anfertigung von Spundlöchern bei Holzfässern, der untere befindet sich noch in einer Aufnahme für ein Spundfutter
rechts: 2 Löffelbohrer mit einem Durchmesser von 5-6 mm und einer möglichen Bohrtiefe von ca. 25 cm
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht



Selbstgefertigtes Spundfutter aus Holz

Mit M33-Anschlußgewinde, angefertigt von Drechslermeister Otto Pickhan. Mit 2 selbstgeschmiedeten Stahlreifen gegen Aufsprengen des Holzes gesichert.
Herr Pickhan hat dieses Futter verwendet um die Standfläche von Wollknäuel-Schalen nachzuarbeiten.
Eingestellt von:
Rosy Winbauer



Schüsselstecher

Bereits vor langer Zeit wurde versucht das Zerspanen von wertvollen Schüsselrohlingen zu minimieren.
Als Lösung dieses Problems wurden Haken geschmiedet, mit denen aus einem Rohling mehrere Schüsseln ausgestochen werden konnten.

Die Unterseite der Haken ist mit kreuzförmigen Einkerbungen aufgeraut, die im Zusammenhang mit einer hölzernen Handauflage ein Verfangen bzw. Einziehen des Hakens verhindern sollten. Die beim Schüsselstechen auftretenden Kräfte wurden durch ein extrem langes Heft aufgefangen.
Trotzdem war dies eine Arbeit für darauf spezialisierte Drechsler (siehe auch Spannagl, Das Drechslerwerk), die ihre Erfahrungen durch jahrelanges Arbeiten erworben hatten.

Heute gibt es dafur spezielle Vorrichtungen, z.B. den Woodcut Bowlsaver, bei dem die Gefahr des Verfangens der Klinge durch eine Zwangsführung verhindert wurde.
Die bei Schüsselstechen entstehenden Kräfte werden durch das Handauflagenunterteil und den Reitstock abgeleitet.
Eingestellt von:
Martin Weinbrecht